Homöopathische Praxis Ulrike Martin
Telefonsprechstunden Mo. – Fr. von 8:30 bis 9:30 Uhr
Termine nach Vereinbarung
📞 05221 - 50 242
32051 Herord
Ich freue mich, Ihnen Termine auch per Videosprechstunde mit der zertifizierten Lösung von RED connect anbieten zu können. Vereinbaren Sie einfach wie gewohnt einen Termin. Die Videosprechstunden funktioniert mit Desktops, Laptops, Tablets und Handys!
Häufig gestellte Fragen zur homöopathischen Behandlung.
Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie ist eine Therapieform, die vor über 200 Jahren von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755–1843) begründet wurde. Sie beruht auf dem Prinzip, dass „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt werden kann, auf Lateinisch auch als Similia similibus curentur bekannt. Hahnemann beobachtete, dass Substanzen, die beim gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorrufen, beim erkrankten Menschen genau diese Symptome lindern oder heilen können. Ein gutes Beispiel dafür ist die Anwendung des homöopathischen Mittels Apis mellifica, das aus dem Gift der Honigbiene gewonnen wird, zur Behandlung von Schwellungen und Brennen nach einem Bienenstich.
Herstellung und Potenzierung
Ein zentrales Element der Homöopathie ist die sogenannte Potenzierung: Die verwendeten Ausgangsstoffe pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs werden in einem speziellen Verfahren stark verdünnt und dabei kräftig verschüttelt oder verrieben. Dieser Prozess wird als Dynamisierung bezeichnet. Die Homöopthie vertritt die Auffassung, dass die Potenzierung nicht die chemische Substanz selbst hervorruft, sondern die „Information“, die der Wirkstoff dem Lösungsmittel überlässt. Je höher die Potenz, desto stärker die Heilwirkung, auch wenn die ursprüngliche Substanz kaum noch nachweisbar ist.
Die Behandlung des ganzen Menschen
Ein weiteres fundamentales Prinzip der Homöopathie besteht darin, den Patienten als Ganzes zu betrachten. In einer ausführlichen Erstanamnese erfasst der homöopathische Therapeut nicht nur die körperlichen Beschwerden, sondern auch die emotionale Verfassung, die Lebensumstände und die individuelle Persönlichkeit des Patienten. Das Ziel ist, das passende Mittel zu finden, das am besten zur Person mit der Krankheit passt.
Verbreitung und Akzeptanz
In Deutschland zählt die klassische Homöopathie zu den bekanntesten und beliebtesten alternativen Heilmethoden. Homöopathische Mittel sind in Apotheken frei erhältlich, und zahlreiche Heilpraktiker sowie ein Teil der Ärzteschaft bieten homöopathische Behandlungen an.
Gibt es einen Unterschied zwischen"Heilpraktikerin" und "Homöopathin"?
Ja! Im täglichen Leben werden diese beiden Wörter oft gleichbedeutend verwendet, bezeichnen aber im Wesentlichen unterschiedliche Dinge. Die Unterscheidung ist für Patientinnen und Patienten durchaus von Bedeutung.
Die Heilpraktikerin: eine staatlich geregelte Berufsbezeichnung
Der Begriff Heilpraktikerin ist eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, die nur führen darf, wer eine offizielle Überprüfung durch das zuständige Gesundheitsamt erfolgreich abgelegt hat. In dieser Prüfung wird nachgewiesen, dass die Person über grundlegende medizinische Kenntnisse verfügt und keine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit darstellt. Die rechtliche Grundlage bildet das Heilpraktikergesetz von 1939, das bis heute in Deutschland gültig ist.
Die Heilpraktikererlaubnis ist eine Art „Generalzulassung“ zur Ausübung der Heilkunde außerhalb der Approbation als Ärztin oder Arzt. Sie erlaubt es, Patientinnen und Patienten zu untersuchen, zu diagnostizieren und zu behandeln, schreibt jedoch keine bestimmte Therapierichtung vor. Das bedeutet, eine Heilpraktikerin kann Akupunktur, Naturheilkunde, Osteopathie, Homöopathie oder viele andere Methoden anbieten. Die Berufsbezeichnung sagt damit rein gar nichts über eine etwaige Spezialisierung oder Qualifikation in der Homöopathie aus.
Die Homöopathin: eine fachliche Qualifikation
Der Begriff Homöopathin hingegen beschreibt eine inhaltliche, therapeutische Ausrichtung. Homöopathin ist, wer sich intensiv mit den Lehren Samuel Hahnemanns auseinandergesetzt hat, die Grundprinzipien der Homöopathie verinnerlicht hat und sie regelgerecht in der Praxis anwenden kann.
Eine fundierte homöopathische Ausbildung umfasst in der Regel mehrere Jahre intensiven Studiums. Inhalte sind unter anderem die klassische Materia Medica (die Lehre der homöopathischen Mittel), die Repertorisierung (die systematische Suche nach dem passenden Mittel), die Fallaufnahme und die Analyse von Krankheitsverläufen.
Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?
Wer homöopathische Behandlung sucht, sollte daher genau hinschauen: Nicht jede Heilpraktikerin ist automatisch auch eine ausgebildete Homöopathin und nicht jede Homöopathin ist zwingend eine staatlich zugelassene Heilpraktikerin. Idealerweise vereint die behandelnde Person beides: die offizielle Heilpraktikererlaubnis als rechtliche Grundlage und eine fundierte, zertifizierte homöopathische Ausbildung als fachliche Qualifikation.
Wie funktioniert eine homöopathische Behandlung?
Die klassische Homöopathie versteht sich als ganzheitliche Heilmethode, die den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet: körperlich, geistig und emotional. Entsprechend vielfältig sind die Beschwerden und Krankheitsbilder, bei denen sie zum Einsatz kommen kann.
Das Erstgespräch: die Basis jeder Behandlung
Am Anfang einer homöopathischen Behandlung steht immer ein ausführliches Erstgespräch, die sogenannte Anamnese. Dieses Gespräch kann mitunter ein bis zwei Stunden dauern, denn die Homöopathin möchte nicht nur die aktuellen Beschwerden verstehen, sondern den Menschen als Ganzes erfassen. Neben den körperlichen Symptomen werden auch die persönliche Lebensgeschichte, emotionale Belastungen, Schlafgewohnheiten, Ernährungsvorlieben, Reaktionen auf Witterungseinflüsse und die allgemeine Gemütslage berücksichtigt. Um das geeignete homöopathische Mittel, das Similimum, zu finden, soll das individuelle Beschwerdebild des Patienten so genau wie möglich erfasst werden.
Die Mittelwahl und Potenzierung
Auf Basis der Anamnese wählt die Homöopathin ein Mittel aus. Dabei wird nicht nur das Symptom selbst berücksichtigt, sondern auch, wie und wann es auftritt, was es verstärkt oder lindert und wie sich der Patient dabei fühlt. Das ausgewählte Mittel wird in einer bestimmten Potenz (Verdünnungsstufe) verschrieben. Je nach Krankheitsbild und Konstitution des Patienten, wird dies in einer niederen, mittleren oder hohen Potenz gewählt.
Der Heilungsverlauf
Eine homöopathische Behandlung verläuft selten geradlinig. Manchmal kommt es zunächst zu einer sogenannten Erstverschlimmerung, einer kurzfristigen Verstärkung der Symptome, die als Zeichen gewertet wird, dass das gewählte Mittel den Organismus zur Reaktion angeregt hat. Danach folgt häufig eine spürbare Verbesserung. Die Homöopathin begleitet diesen Prozess engmaschig, passt das Mittel oder die Potenz bei Bedarf an und beobachtet den gesamten Heilungsverlauf. Die klassische Homöopathie versteht sich dabei nicht als schnelle Lösung, sondern als ein Weg zur tiefgreifenden, nachhaltigen Gesundung.
Wann kann mir die klassische Homöopathie helfen?
Eine erfolgreiche homöopathische Behandlung lebt von der "Mitarbeit" des Patienten. Deshalb nimmt das Gespräch eine zentrale Rolle ein, und deshalb nehme ich mir viel Zeit für Sie. Die Behandlung selbst findet in meiner Praxis statt und besteht typischerweise aus drei Schritten:
Schritt 1: Die Erstanamnese
Am Anfang steht ein ausführliches, persönliches Gespräch, die sogenannte Erstanamnese. Dieser erste Termin bildet das Herzstück der gesamten Behandlung und dauert in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. In dieser Zeit möchte ich nicht nur Ihre aktuellen Beschwerden und Symptome kennenlernen, sondern Sie als ganzen Menschen verstehen.
Wir sprechen unter anderem über:
- Ihre körperlichen Beschwerden: Wo genau treten sie auf? Wie fühlen sie sich an? Wann und unter welchen Umständen verstärken oder lindern sie sich?
- Ihre Krankengeschichte: Welche Erkrankungen, Operationen oder Medikamente haben Ihren Körper in der Vergangenheit geprägt?
- Ihre Lebensumstände: Beruf, Familie, Stress, Schlaf, Ernährung und alltägliche Gewohnheiten spielen eine größere Rolle, als man zunächst vermuten würde.
- Ihre emotionale Verfassung: Stimmungsschwankungen, Ängste, innere Unruhe oder besondere Belastungen können wertvolle Hinweise auf das passende Mittel geben.
Alles, was Sie mir erzählen, wird vertraulich behandelt und dient ausschließlich dazu, Ihre Behandlung so individuell und wirkungsvoll wie möglich zu gestalten.
Schritt 2: Die Auswahl des passenden Mittels
Nach dem Erstgespräch beginnt meine eigentliche analytische Arbeit. Anhand der von Ihnen beschriebenen Symptome, Empfindungen und Lebensumstände suche ich sorgfältig das homöopathische Mittel, das am besten zu Ihrem individuellen Beschwerdebild passt.
Dabei stütze ich mich auf die umfangreiche Sammlung homöopathischer Arzneimittelbilder, sowie auf die Repertorisierung – eine systematische Methode, um aus einer Vielzahl von Mitteln das treffendste herauszufiltern. Neben der Mittelwahl bestimme ich auch die geeignete Potenz, also den Verdünnungsgrad des Mittels, der je nach Konstitution, Empfindlichkeit und Krankheitsbild individuell angepasst wird.
Schritt 3: Die Folgeanamnese
Homöopathische Heilung ist ein Prozess. In regelmäßigen Folgeterminen sprechen wir gemeinsam darüber, wie Sie auf das Mittel reagiert haben, welche Veränderungen Sie wahrgenommen haben und wie sich Ihr allgemeines Befinden entwickelt hat. Dabei ist es hilfreich, wenn Sie zwischen den Terminen kleine Notizen machen: Was hat sich verändert? Fühlen Sie sich körperlich oder emotional anders? Auch scheinbar unwichtige Beobachtungen können wertvolle Hinweise liefern.
Auf Basis dieser Rückmeldungen entscheide ich, wie es weitergeht:
- Hat das Mittel gut angesprochen und ist der Heilungsprozess in Gang gekommen, wird die Behandlung in gleicher Weise fortgesetzt oder bei Bedarf behutsam angepasst.
- Zeigt sich eine deutliche und stabile Verbesserung, kann die Behandlung erfolgreich abgeschlossen werden.
- Sollte das Mittel nicht die gewünschte Wirkung zeigen, analysiere ich das Beschwerdebild erneut und wähle gegebenenfalls ein anderes, besser passendes Mittel aus.
Dieser fortlaufende Dialog zwischen uns ist ein wesentlicher Bestandteil der klassischen Homöopathie und Ausdruck meines Anspruchs, Ihre Behandlung stets so individuell und wirkungsvoll wie möglich zu gestalten.